Essay, erschienen im Schirner Seminarheft 1/2006
Es gibt Hunderttausende von Krankheiten, aber nur eine Gesundheit. Diese Gesundheit ist in uns angelegt, ist unser göttliches Grundrecht – das sagen uns immer wieder erfahrene Geistheiler. Und trotzdem sind so viele Menschen krank, leiden, und fragen nach der Erlösung dieses Leidens.
Unsere Zeit bringt es mit sich, daß “alternative” ergänzende Heilmethoden immer mehr an Bedeutung gewinnen – ganz im Gegensatz zu so manchen Medienberichten. Seit Anfang 2004 ist nun auch die Geistheilung offiziell in Deutschland legalisiert worden. Jeder darf mit dem Geist, mit Energien, mit den Händen “heilend” tätig sein, nachdem der Klient vorher aufgeklärt worden ist, daß dies keine medizinische Behandlung ersetzen kann und soll.
Heilung durch den Geist – schon immer gab es Heiler, die durch Handauflegen oder Gebet den Menschen Linderung verschafften. Viele von ihnen sprachen und sprechen von einer göttlichen Kraft, oder von Gott selbst, der durch sie heile. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen, die den Erfolg von Geistheilung, Fernheilung, Gebeten oder auch nur guten Gedanken bestätigen. Ehemals als reines Wunder bestaunt, zeigen sich immer deutlicher Gesetzmäßigkeiten hinter den Wirkungen. Längst hat die Quantenphysik bewiesen, daß unser Geist auf die Materie wirkt und daß wir mit allem verbunden sind – uralte buddhistische Erkenntnisse!
Und doch scheint Heilung auch ein zutiefst persönlicher Prozess zu sein. Jeder Mensch hat seine eigene Geschichte, jeder benötigt andere Hilfen oder Erkenntnisse, um innerlich und äußerlich “heil” zu werden. Wenn man berühmte Geistheiler genauer befragt, machen sie mitunter unmißverständlich klar, daß unser eigenes Mitwirken sogar eine ganz entscheidende Rolle spielt, wollen wir gesund werden. Alles Handauflegen, alle Pflanzen und Mittel sind eine wundervolle Hilfe zur Linderung der Leiden – und doch ist es am heilsamsten, wenn wir selbst immer mehr Frieden und Freude in unser Leben, unser Herz hinein lassen.
Warum ist dies so schwer? Weil es manchmal mit Veränderungen einhergeht, die uns nicht so leicht fallen. Alte Denkgewohnheiten aufgeben, Gewohnheiten des Essens oder gesellschaftlichen Verhaltens, die vielleicht eine Weile gut für uns waren, jetzt aber ihren Zweck erfüllt zu haben scheinen. Und der Körper, unser wundervoller Freund, der Tempel unserer Seele, zeigt uns in seiner Weisheit leider oder Gott sei Dank sehr deutlich, wenn wir uns mal wieder verlaufen haben. Wenn wir den spirituellen Lehrern glauben schenken, dann ist der Weg unserer Seele eben der, sich weiterzuentwickeln – hin zu einem reichen, freien Leben in Liebe. Und vielleicht arbeitet sie wirklich sehr eng mit dem Körper zusammen, damit er uns hilft, durch so manche Zipperleins mehr in die Mitte zu kommen…
Und doch: Jeder hat seine eigene Geschichte, und wenn es auch mittlerweile viele Bücher über Körper-Geist-Entsprechungen gibt, so wäre es verfehlt, eine körperliche Situation sofort aus dem Lehrbuch zweifelsfrei erklären zu können.
Vielleicht ist der wirksamste Heiler uns näher, als wir denken - in unseren Herzen, unserer inneren Stimme. Oft haben wir schon eine Ahnung, welche schwierigen seelischen Themen uns “auf den Magen schlagen”, “die Galle hochgehen lassen” oder, um ein positives Beispiel zu nennen “das Herz hüpfen lassen”…
Alte, schwierige Lebensumstände zu verändern, ist aber eben nicht so einfach… Okay, vielleicht auch gut so, sonst wären wir ja morgen vielleicht alle schon erleuchtet, oder?!
Zum Glück gibt es viele gute Begleiter auf diesem Weg. Hilfreiche Bücher, gute Freunde und Menschen in heilenden Berufen. Einige der besten und erfahrensten Ihres Fachs können sie zehn Tage lang im Februar in unseren Heilertagen kennenlernen in Vorträgen, Gesprächen und Einzelbehandlungen. Und vielleicht kommen wir in diesen Tagen der Antwort ein bißchen näher, wie wir wahrhaft mehr ins Heil-Sein kommen können…
(c) 2006 Thomas Schmelzer