Bericht vom Kongress “2012 – Die Welt im Wandel”, September 2009 in Hamburg
erschienen im “2012 Magazin”, Erstausgabe 1/2010 (Redaktion “Raum und Zeit”)
DAS Trendthema der aktuellen spirituellen Szene ist zweifellos 2012. Endzeit, Wendezeit, Transformationspunkt zu globaler Bewusstseinserweiterung sind einige der erwarteten Ereignisse. Anlass genug, dazu einen Kongress zu veranstalten, dachten sich die zwei „alten Hasen“ im esoterischen Veranstaltungsgeschäft Wrage und KOHA. Im Kongresszentrum in Hamburg luden sie einige der derzeit angesagtesten und inspiriertesten Denker und Experten zum Thema ein.
So war der Saal bis zum letzten Platz gefüllt. Bilder unseres evolvierenden Sonnensystems und Katastrophenszenarien aus dem Film „2012“ von Roland Emmerich visualisierten gleich zu Beginn das Spannungsfeld unterschiedlicher Interpretationen. Mit seinen gewaltigen Gongs schuf der Klangkünstler Jens Zygar dazu einen stimmungsvollen Einstieg.
Der Erfolgsautor Gregg Braden führte als erster Referent auf seine unnachahmlich charmante, unterhaltende und mitreißende Art direkt ins Zentrum des Geschehens: Noch nie in der Geschichte hatten wir so viele Krisen wie heute – kein Wunder, denn laut unterschiedlichster Prophezeiungen und dem Maya-Kalender enden 2012 gleich mehrere Zeitalter: Ein 5000 Jahre währender Zyklus und das 26.000 Jahre lange platonische Jahr. Außerdem wird der Äquator der Erde am 20./21. Dezember 2012 auf gleicher Höhe mit dem Äquator der Milchstraße sein, ein energetisch einmaliges Ereignis mit unbekannten Folgen.
Als weltweit Reisender und Forscher begegnete Braden vielen indigenen Völkern, die uns ein ganz anderes Zeitverständnis vermitteln als unser lineares. Laut ihnen verläuft alles in Zyklen, und ein Zyklus endet naturgemäß mit einem Wandel, einer Krise. Ihr Rat: „Wenn sich die Welt verändert, musst Du dich verändern!“. Auch tiefe Eisbohrungen in der Antarktis, durch die man viele Jahrtausende zurückblicken kann, zeigen Verblüffendes: Ungefähr alle 5.000 Jahre erhöhte sich die Sonneneinstrahlung, und danach erst die Erdtemperatur. Weitere nachweisbare Folgen sind Anstieg des Meeresspiegels und ein Abnehmen des Erdmagnetfeldes – Genau diese Symptome sind auch heute wieder zu beobachten!
Basierend auf der Theorie von sich zyklisch wiederholenden Wendepunkten unserer Zeit entwickelte Braden die Rechenmethode „Fractal Time“. Der Begriff Fraktal kommt aus der Chaostheorie und besagt, dass bestimmte Muster der Schöpfung sich im Großen und Kleinen wiederholen. Laut Braden geschieht dies auch in der Zeit. Im Jahre 2010 und 2011 träfen nun drei fundamentale Krisen zusammen. Jede Krise sei aber auch die große Chance zur Veränderung und Transformation, und das sei unsere große Herausforderung. Ob diese Krisen-Zeitpunkte willkürlich gewählt wurden und inwieweit seine Theorie wirklich funktioniert – leider stieß ich da mit meinem nur unzureichenden mathematischen Verständnis an meine Grenzen. Interessierte können dies aber detailliert in seinem Buch und auf seiner Webseite nachlesen.
Bradens zentrale Botschaft aber berührte wirklich Jeden: Neueste Messungen zweier NASA-Satelliten beweisen, dass die Emotionen vieler Menschen das Erdmagnetfeld verändern können. Unsere Herzen verändern die Welt! So zitierte er mehrmals das wegweisende HeartMath Institute in Kalifornien, das sich seit Jahrzehnten diesen Themen widmet und verwies am Ende auf dessen neueste Initiative, ein Aufruf, durch gemeinsame Aktionen das globale Bewusstsein in ein kooperatives Miteinander zu führen.
Weiter ging es mit faszinierenden wissenschaftlichen Erkenntnissen. Der Biophysiker Dr. Dieter Broers, der seit den 1980er Jahren auf dem Gebiet der Frequenz- und Regulationstherapie forscht, gilt als einer der wichtigsten Denker zum Thema. Schon früh begann er, interdisziplinär mit ganz unterschiedlichen Experten zusammenzuarbeiten und machte dabei erstaunliche Entdeckungen: Die Sonne sei es, die sich tatsächlich verändert – und mit ihr alle Planeten, alles Leben, selbst unser Bewusstsein. Als Experte für feinstoffliche Energiefelder unterschiedlichster Art wies er nach, wie stark wir mit dem Erdmagnetfeld, den Energien um uns herum und der Sonne in Verbindung stehen. Schon lange waren Untersuchungen bekannt über die Zusammenhänge von Sonnenflecken und Halluzinationen oder Selbstmordraten – aber Broers trug viele dieser Beweise neu zusammen. Seine Grundaussage: Die Energien von der Sonne und aus dem Zentrum unserer Milchstraße sind nicht zufällig – sie bewirken einfach einen nächsten Schritt in unserer Evolution, indem sie uns sagen: Schaut her, das seid Ihr! Wie machen sie das? Derzeit scheinen uns viele unbewusste Muster und Ängste bewusster zu werden – eine Auswirkung dieser verstärkten Einstrahlung, die mit gleichzeitig vermindertem Erdmagnetfeld einhergeht. Wir sehen, wer wir sind, haben aber die Chance, darüber hinaus zu wachsen.
Und Broers weiß, wovon er spricht: Eines seiner mehr als 100 angemeldeten Patente ist ein Therapieverfahren, mit dem Menschen einer Strahlung von 150MHz ausgesetzt werden – eine Frequenz, die derzeit immer stärker von der Sonne kommt. In unzähligen Untersuchungen geschahen Heilprozesse, und oft gab es eine erstaunliche Reaktion: Die Klienten erinnerten sich plötzlich, warum sie krank geworden waren. Nach einiger Zeit seiner sehr erfolgreichen wissenschaftlichen Arbeit konnte Broers seine Forschungen plötzlich nicht mehr finanziert bekommen und veröffentlichen. Eine „erstaunliche Reaktion“ der etablierten Wissenschaften und Universitäten…?
Broers bestach durch klare, berührende Worte, untermauerte die Infos mit Graphiken und nannte seriöserweise einzelne Forscher, auf die er sich berief. Man spürte, wie ernst es ihm war: „Ich rufe auf, Menschen für dieses Wissen zu sensibilisieren. Die Botschaft unserer Zeit heißt: Erkennt, wer Ihr seid und vergesst nicht, wir alle sind Eins!“
Dr. Peter Ruppel, der ebenfalls zum Thema zwei Bücher veröffentlicht hatte, sorgte humorvoll und fundiert für einige grundsätzliche Informationen über die Funktionsweise des Maya-Kalenders und der bevorstehenden astronomischen Konstellationen. Schön an seinem Beitrag war die visuelle Darstellung, die vieles verdeutlichte. Höhepunkt: Es gibt einen Kornkreis, der die exakte Konstellation unserer Planeten am 20. Dezember 2012 zeigt…
Was wissen wir eigentlich wirklich? Viele Dinge spitzen sich zu – selbst ohne Prophezeiungen sehen wir dies, wenn wir die Zeitungen aufschlagen. Manche Referenten sagen, wir müssten diese besondere Krise/Chance verstehen und uns vorbereiten. Aber – worauf eigentlich? WENN Erstaunliches passiert – werden wir dies nicht sowieso spüren und erfahren, da wir doch alle Eins sind? Mag aber sein, dass eine gewisse Wachheit, Bewusstheit wichtig ist, um diese Impulse auch wahrnehmen zu können…
Das Schöne an diesem Kongress war die Vielfalt an Sichtweisen und Blickwinkeln – umrahmt von Klängen der Gongs, Bildern unseres Weltalls und einer guten Zusammenstellung der Referenten.
Wer waren eigentlich die Maya – gibt es sie noch heute? Eine Ihrer Nachfahren führte in ihr Wissen ein: Nah Kin (Eugenia Casarin). Laut Ihres Volkes ist die Sonne nicht nur ein Stern, sondern ein Lebewesen. Alles ist belebt, alles hat Bewusstsein. Der Gott „Kinich Ahau“ ist für die Maya ein spiritueller Meister, der Geist der Sonne, wie auch der Geist der galaktischen Sonne. Tatsächlich, und das ist verblüffend, berichten die Legenden der Maya von diesem Zentrum der Galaxis, der „kosmischen Mutter“, mit dem wir in direktem Kontakt treten werden – weil die Erde, wie schon oben erwähnt, am 20. Dezember 2012 mit Ihrem Äquator genau parallel zum Äquator der Galaxis zusammentreffen wird.
Anschließend führte Nah Kin in eine besondere Mediation ein. Entscheidend sei hierbei eine offene Mundatmung, wie man sie schon auf alten Maya-Skulpturen dargestellt findet – Figuren mit offenen Mündern und offenen Augen. Etwas befremdlich war die doch recht ausführliche Werbung am Ende des Vortrags für ein Seminar, das eine Woche später stattfinden sollte.
Mit der international beliebten Autorin Diana Cooper fand der erste Tag seinen Abschluss. Sie berichtete von den bevorstehenden Zeiten – Informationen, die sie aus der geistigen Welt erhalten hatte. Da war die Rede von 33 Himmelstoren auf der Erde und der besonderen Rolle der olympischen Spiele 2012 in London, von Engeln und Einhörnern. Das alles wurde unterhaltsam und inspiriert vorgetragen. Es sei dahingestellt was davon eintreffen wird, ob wir im Jahre 2032 wirklich einen fundamentalen Wandel und Aufstieg erleben und ob uns diese Botschaften im Alltag von Nutzen sind – aber Diana Cooper ist einfach sympathisch, und ihr Vortrag berührte die Menschen.
Sonntag morgen dann ein Kontrastprogramm: Tibor Zelikovics erläuterte detailliert die vergangenen astrologischen Zeitalter, zitierte einige Prophezeiungen der Vergangenheit und verwies auf gewisse Absichten der globalen Finanzjonglierer, die sich, wen wundert´s, ziemlich von jenen der Aufgestiegenen Meister unterscheiden. Diese Deutlichkeit kam nicht bei allen gut an, aber Zelikovics trug dies inspirierend vor, unterlegt mit vielen Graphiken und Zitaten, und betonte seine Absicht, zu informieren, DAMIT es eben nicht zu Machtmissbrauch kommt. Wir kämen nun in das viel zitierte „Wassermannzeitalter“, und da sei es mehr als natürlich, dass bestimmte Strukturen und Institutionen, die gar kein Interesse an Veränderung hätten, diese auch zu verhindern suchten. Die Evolution aber siege, und die Neue Qualität sei schon überall spürbar: Miteinander und wirkliche Vernetzung.
Während noch die Köpfe rauschten nach so viel verschwörungsrelevanten Informationen, stellte sich der mediale Künstler Janosh vor, ein junger sympathischer Holländer. In einer wirklich wundervollen multimedialen Bilderreise führte er die Gäste aus dem Intellekt direkt ins Gefühl und ins Herz. Der Künstler fragte mit seinen Kreationen aus der Heiligen Geometrie, einer berührenden Musik und sanften Worten: Wohin willst DU denn gehen? Was erwartest DU von der nächsten Zeit? Und – warum setzt Du diese Erwartungen nicht sofort in deinem Leben um, anstatt Dir irgendwann später eine Erlösung zu erhoffen?
Nach der Mittagspause erzählte Diana Cooper weiter von Ihren Botschaften, diesmal insbesondere darüber, welche Rolle Deutschland in der Wendezeit zu spielen hat. Nun, Deutschland scheint so etwas wie die „Speerspitze“ der globalen Transformation zu sein. Das klingt doch gut! Na, wir werden es erleben…
Weiter ging es mit medialen Botschaften – live. Ute Kretschmar, eine erdige, bescheidene Autorin, die sich ganz in den Dienst der Geistigen Welt stellt, führte das Publikum zunächst in eine entspannende Meditation, und channelte anschließend „Lord Kuthumi“, ein „Aufgestiegener Meister“, den man schon aus Erzählungen um Helena Blavatsky kennt. Was man auch immer von den im Grunde sehr schönen, aber nicht wirklich ungewöhnlich neuen Informationen halten mochte – der Saal war absolut still! Ute Kretschmar erzeugte durch Ihre Arbeit eine wirklich wohltuende Stille, eine – um es etwas esoterischer zu formulieren – hohe Schwingung, in der das Herz aufging. Auch hier zeigte sich das Spektrum an Inspirationen, die im Kongress vermittelt wurden. Informationen, Wissenschaft, Kunst, Spiritualität, innere Stille – alle dies konnte erlebt werden.
Bevor ein viel erwarteter finaler Höhepunkt mit José Argüelles stattfand, hatte Rainer Berchtold die etwas unbefriedigende Aufgabe, in die Philosophie von Argüelles einzuführen, dessen Wissen er in Deutschland verlegt und weitergibt. Dieses Dilemma löste er, indem er vor Allem eigene Erkenntnisse vorstellte – und eine Methode, mit der man sich und anderen bedingungslos verzeihen kann. Das dauerte erheblich länger als vorgesehen, aber weil es auch aufgrund einiger witziger Nebenbemerkungen erstaunlich gut ankam, konnte ihm schnell verziehen werden…
José Argüelles machte die Veranstaltung tatsächlich zu einem unvergesslichen Erlebnis. Der 1938 geborene Visionär, Künstler und „Wissenschaftler der ganzheitlichen Systeme“ gilt als einer der Veteranen der modernen Esoterik. Bereits 1973 sprach er vom „Ende der historischen Zivilisation“, das im Maya-Kalender detailliert beschrieben würde. 1987 bewegte er Hunderttausende zur „Harmonischen Konvergenz“ – noch ohne Internet und dergleichen. Als Zeitforscher setzte er sich kämpferisch für eine Wiedereinführung der mayanischen Zeitrechnung 13:20 (statt 12:60) ein, was von vielen Kollegen kritisiert wurde.
Sein Vortrag nun war ein einziges Kunstwerk. Zunächst begrüßte er meisterlich und tief berührend auf einer indianischen Flöte die sieben galaktischen Richtungen, so wie er es von seinen mexikanischen Vorfahren gelernt hatte: Die vier Himmelsrichtungen, oben, unten, und im Herzen.
Unser Dilemma sei ein falsches Verständnis von Zeit. Alles werde immer schneller, wie es auch in einer aktuellen Schlagzeile hieß: „Nicht genug Zeit – und keine Idee, wie man das Beste daraus machen kann!“ Das Problem sei auch, dass Jeder viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt sei. Selbst spirituelle Wissensvermittler würden zunächst Vorträge veranstalten, in denen sie ihr Weltbild präsentierten, bevor sie mal ein offenes Ohr für den Anderen hätten.
Was also tun? Wie finden wir wieder zusammen? Zunächst solle man einfach die „Trips der Anderen akzeptieren“ und zusammenkommen. Ein Kongress wie dieser sei ein erster Schritt dazu. Die Harmonische Konvergenz 1987 hatte Argüelles veranstaltet, um möglichst viele Menschen in einem Geiste zusammenzubringen. 2012 sei, auch durch die besonderen Konstellationen, nun eine große Chance für ein Neues Miteinander. Brüderlichkeit/Schwesterlichkeit sei der Funke, den es gelte, im Herzen lebendig zu erhalten: „Synchronisieren wir uns doch alle zusammen. Der menschliche Geist kann Gewitter erzeugen. Wir haben keine Ahnung, was geschieht, wenn Millionen Menschen gemeinsam einen positiven Gedanken träumen. Wenn wir alle gleichzeitig Mutter Erde im Herzen visualisieren, mit einem Regenbogen drum herum, wäre das nicht schön?“
Das berührte tief. Ein weiteres Mal spielte Argüelles auf seiner Flöte und leitete über zu einem netten Finale, bei dem noch einmal alle Referenten auf die Bühne kamen – und fast alle waren noch da, auch ein schönes Zeichen für ein Miteinander. Das Publikum war sehr angetan, und so wundert es nicht, dass ein weiterer Kongress im Oktober 2012 schon fest geplant ist – in einem größeren Saal…
So wurde klar, dass sich derzeit viele Wünsche, wissenschaftliche Prognosen und Prophezeiungen um das Jahr 2012 herum konzentrieren. Was dann nun wirklich passiert, das weiß kein Mensch, und das ist ja vielleicht auch das Spannende daran. Viele wünschen sich bessere Zeiten – persönlich und gesellschaftlich. Dass Krisen immer auch die Chance zur Transformation bieten, wird immer klarer, und einige der Referenten betonten: Es wird viel kraftvoller und schöner, wenn dies möglichst viele Menschen sich zu Herzen nehmen! Mögen wir also spannenden Zeiten entgegensehen und dabei nie vergessen: HEUTE ist der erste Tag vom Rest Deines Lebens! Nutze die Zeit, und gestalte mutig und froh eine schönere Welt für Dich und Deine Mitmenschen!
© September 2009 – Thomas Schmelzer