Über die umfangreichen Vernetzungstätigkeiten des Heilers und Dokumentarfilmers
Reportage und Interview
Seit 2004 gilt Geistheilung als ein staatlich anerkannter Beruf – und doch gibt es noch immer viele Vorurteile und Missverständnisse über diese alternative Heilmethode. Wolfgang T. Müller will Abhilfe schaffen: Mit einem umfangreichen Netzwerk, einer Anthologie und einem Dokumentarfilm, in dem er nicht weniger als 50 Heiler portraitiert, will er Plattformen aufbauen, informieren und Brücken bauen.
Das Wort „Geistheilung“ ist eigentlich ein Sammelbegriff für energetische Heilung – über Kanäle und mit Methoden, die derzeit wissenschaftlich oft noch nicht bewiesen werden können, deren Wirkungsweise aber in vielen Fällen dokumentiert ist. Zu allen Zeiten gab es Menschen, die durch Gebete, Energieübertragung mit den Händen oder Heilung durch Musik helfen konnten. Das, was der Mensch nicht versteht, nennt er oft „Wunder“, und so wurden herausragende Heiler wie Franz A. Mesmer oder Bruno Gröning regelrecht verehrt. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Forschungsansätzen, die die Funktion geistiger Heilung untersuchen. Eine der Erkenntnisse: Feinenergetische Vorgänge geschehen ebenfalls auf materieller Ebene – nur ist diese Energie so hochschwingend, dass wir sie mit dem bloßen Auge oder Messgeräten nicht mehr erkennen können. Überhaupt wird heute immer mehr die strikte Trennung von Geist und Materie angezweifelt. Alles ist Energie, alles ist miteinander verbunden – so die neue Theorie alternativer Forschungen, die auch die Quantenphysik bestätigt.
Damals wie heute gibt es Menschen mit besonderen Fähigkeiten, auch diese feinen Energien wahrnehmen zu können. Menschen, die anderen helfen und dies oft sogar ehrenamtlich tun. Wolfgang T. Müller hat es sich zur Aufgabe gemacht, solchen Heilern eine Plattform zu geben und durch diverse Tätigkeiten mehr für das Verständnis von energetischer Heilung zu tun. Von April bis Dezember 2009 reiste er durch ganz Deutschland und interviewte mehr als 50 Heiler über ihre Erfahrungen – darunter Horst Krohne oder der Heiler und Arzt Dr. Harald Daub. Entstanden ist ein 90-minütiger Dokumentarfilm mit dem schlichten wie treffenden Titel „Die Heiler – Der Film“.
Wolfgang T. Müller bezeichnet sich selbst als „Tausendsassa“ und eine „rheinische Frohnatur“, neugierig und immer Lust auf neue Herausforderungen. Nach einer Lehre zum Einzelhandelskaufmann und kurzer Karriere als jüngster Feldwebel der Luftwaffe lernte er Betriebswirt und Werbegraphiker und wurde Top-Verkäufer einer großen Versicherungsgesellschaft. Er gründete ein erfolgreiches Internet-Makler-Pool, reiste als Referent auf vielen Kreuzfahrtschiffen durch die Welt und fand im Jahre 2003 seine neue Heimat am Bodensee.
Doch auch die Begegnung mit der „anderen Welt“ begann schon in frühester Kindheit: Bereits mit acht Jahren wurde ihm klar, dass er mehr Dinge fühlen und sehen konnte als seine Mitmenschen – bis hin zu unerklärlichen Phänomenen, bei denen er manchmal Gegenstände scheinbar nur mit dem Geist bewegen konnte. Auch hatte er besondere Hände: „Geistige Heilung durch Händeauflegen habe ich eigentlich mein ganzes Leben lang gemacht, zumeist sehr intuitiv. Das habe ich aber zumeist nur im Freundes- und Verwandtenkreis getan. Ich habe mich hier auch nie aufgedrängt…“.
Und doch erfuhr er auch Ablehnung. Trotz einer Fernbehandlung seiner damals noch lebenden Mutter, die dadurch deutliche Linderung erfuhr, forderte ihn kurze Zeit später die gesamte Familie auf, mit dem „Hokuspokus“ aufzuhören. Es war schwer für ihn, dies zu verarbeiten, aber so fasste er Mut, seine eigenen Fähigkeiten nicht länger zu unterdrücken oder zu verschweigen. Aus diesen Erfahrungen heraus, und aus seinem Mitgefühl mit anderen Heilern gründete er im Jahre 2005 ein Heiler-Portal. Auch wurde ihm allmählich klar, dass er mit seinen Erfahrungen aus der Werbung Heilern eine gute Unterstützung sein konnte, sich besser zu präsentieren: „Heute bin ich spirituell arbeitend mit der nötigen Bodenhaftung. Für mich ist es definitiv kein Widerspruch, im Wohlstand zu leben und sich dennoch „auf den Weg“ zu machen.“
Die begrüßenden Worte des Heiler-Portals vermitteln seine Absicht: „Das Heiler-Portal hat es sich zur Aufgabe gemacht, dem Besucher alternative Heilmethoden und Heiler näher zu bringen. Wir glauben daran, dass Seele, Geist und Körper eine untrennbare Einheit sind. Und alle müssen gesund sein. Wir möchten mit diesem Portal helfen, zu erkennen, dass es nicht eine Wahrheit gibt, sondern so viele Wahrheiten, wie es Menschen gibt auf diesem Planeten. Wir möchten dazu beitragen, dass ein besseres Verständnis zwischen moderner Schulmedizin und alternativen, oft uralten Heilmethoden entsteht, zum Wohle aller und im Einvernehmen mit dem göttlichen Plan. Ganz bewusst wollen wir in diesem Heiler-Portal auch keine Grenzen setzen zu dem, was noch als Heilmethode zu verstehen ist oder welches Berufsbild noch dazu gehört oder nicht. So sind uns Geistheiler genauso herzlich willkommen wie klassische Ärzte, die sich der Homöopathie geöffnet haben.“ (www.heiler-portal.com)
Noch vor wenigen Jahren wäre es undenkbar gewesen, dass diverse Heiler ihre Arbeit im bekanntesten Business-Portal „Xing“ präsentieren – auch das ist der vernetzenden Arbeit von W. T. Müller zu verdanken. Viele Heiler nahmen mit ihm Kontakt auf und erzählten ihre faszinierende Lebensgeschichte. Nicht wenige mussten große Krisen, Nahtodeserfahrungen und Krankheiten überwinden, bevor sie ihre „Berufung“ fanden. Bald hatte W. Müller die Idee, die schönsten Geschichten in Buchform zu präsentieren – schon war das nächste Projekt geboren: Eine „Anthologie“, ein Buch mit Geschichten über Heilung, das im Frühjahr 2010 in einem ebenfalls neu gegründeten Verlag erscheinen wird. Mitwirkende sind u.a. Horst Krohne und Dr. Ruediger Dahlke, die das Vorwort schreiben.
Etwas später kam die nächste Idee: Einen Film zu drehen. Nun begann ein abenteuerliches Leben. Im vollbepackten Kombi mit drei Kameras reiste er durch Deutschland, um diese Menschen persönlich aufzusuchen. Während den ersten Touren begleitete ihn seine Frau Gabriele Streuer – und auch danach stand sie ihm unterstützend zu Seite: „Zu Beginn war es eine große Umstellung für uns, aber ich habe auch von Anfang an gespürt, dass das eine wichtige Sache ist – wichtiger als unsere Beziehung oder meine Befindlichkeit.“ Gab es jemals Zweifel am Projekt? „Es passieren bei Wolfgang immer wieder erstaunliche Dinge und Begegnungen, die uns deutlich zeigen, dass es einfach sein sollte.“
Für viele Heiler waren die Dreharbeiten der erste Auftritt in der Öffentlichkeit, über ihr Leben und ihre Tätigkeit zu berichten. Im November 2009 lud W. Müller seine Protagonisten zu einem gemeinsamen Treffen in Bayern ein. Immerhin 30 Mitwirkende fanden Zeit, drei Tage lang über den Film zu sprechen, an Heilritualen teilzunehmen und den Titelsong des Films aufzunehmen – ein weltbekannter Song in einem neuen Arrangement.
Für viele Heiler ist es neu, sich zu vernetzen. Der Wunsch vieler ist da, aber die Scheu ebenfalls. Laut dem Mitveranstalter des Treffens, Tom Rietdorf, hat es viel mit der Persönlichkeit zu tun. Die Herausforderung sei, eine gemeinsame Sprache zu finden – und die sei mit der rechten Motivation aus dem Herzen kein Problem. So habe beispielsweise jeder eine andere Wahrnehmung der Farbe bei einer bestimmten Aura – wenn man sich dann aber austausche und vergleiche, was der Einzelne mit der Farbe Blau für Eigenschaften verbinde, käme man schnell auf Gemeinsamkeiten. Heilen könne im Prinzip jeder: „Was wir uns wünschen, dass immer mehr Menschen aufwachen und sagen: Heilen ist keine Hexerei, Heilen ist das, was uns allen von Natur aus gegeben worden ist, und es braucht auch keine besondere Veranlagung dazu.“
Auch für Silke Geßlein und Diedrich W. Carstens – zwei weitere Protagonisten des Films – ist der Wunsch nach Vernetzung deutlich. Es braucht Mut, die eigenen Grenzen zu sprengen, aber die Zeiten, sich zu isolieren und sich damit vor Anfeindungen zu schützen, seien vorbei. Gemeinsam könne man sich viel besser gegenseitig helfen.
„Die Heiler – Der Film“ wird voraussichtlich im April 2010 seine Premiere haben. Was sind nun die Höhepunkte des Films? Nun, darüber hüllt sich der Autor in Schweigen, garantiert aber faszinierende Geschichten und berührende Statements. Eine Grundaussage: Wir alle verfügen über die Kraft der Selbstheilung. Energetisch arbeitende Heiler und Lehrer können dabei Wegbegleiter und Türöffner sein – um Heilung zu erfahren, muss aber der Klient selbst durch die Türe gehen und Verantwortung für sich übernehmen. Geplant ist ein „unaufgeregter, dennoch spannender Film“ mit vielen heilsamen Informationen über die Wirkungsweise von Heilung. Damit diese Aussagen unverfälscht und unbeeinflusst vermittelt werden können, verzichtet W. Müller ganz bewusst auf Kooperationen anderer Firmen. Auch soll der Film Brücken bauen zwischen Geistheilung und Schulmedizin – mehrere namhafte Ärzte werden ebenfalls ihr Statement abgeben.
Und wie geht´s weiter? Natürlich gibt es Pläne: Ein zweiter Film wird angedacht – es sind über 70 Stunden Material entstanden – und ein großes Heiler-Zentrum, vermutlich am Bodensee. Und auch W. Müller selbst arbeitet weiter als Referent und Heiler. Seine neueste Erfindung: Eine Art Weiterentwicklung des derzeit sehr beliebten Quantenheilens, die „Q-MATRIX-HEALING-METHODE“. Geschickte Vermarktung, nur ein neuer Name für eine uralte Form geistiger Heilung? Mag sein – aber vielleicht gilt hier das Motto: „Wer heilt, hat recht!“
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Wolfgang, wie würdest Du den Heilungsvorgang beschreiben, wenn Du einem Menschen die Hände auflegst?
Sobald ich anfange, lege ich einen inneren Schalter um auf “Heilung”. Dann meditiere ich kurz, sammle meine Gedanken, schicke sie weg und lasse Gedankenstille entstehen. Manchmal bitte ich die lichtvolle geistige Welt um Unterstützung. Dabei trete ich mit dem Ego zurück und stelle mich quasi als “durchlaufenden Posten” zur Verfügung für die göttliche Heilenergie. Das Geniale ist, dass ich mich selbst dabei erhole und auch etwas von dieser Energie bekomme. Wenn Bilder, Archetypen, Farbschleier oder engelhafte Wesen vor meinem inneren Auge auftauchen, beobachte ich sie nur und lasse geschehen, bewerte nichts. Im anschließenden Gespräch mit dem Klienten berichte ich davon. Oft treffe ich damit ins Schwarze….
Du hast für Deinen Film mit vielen Heilern gesprochen. Gab es denn Antworten, die sich oft wiederholten?
Erstaunlich viele beschreiben den Heilvorgang ganz ähnlich, trotz ihrer unterschiedlichen Begabungen. Es gibt einige ganz ungewöhnliche Geschichten im Film – da will ich aber nicht zu viel verraten. Aber alle waren sich einig: Liebe heilt.
Erinnerst Du Dich an ein besonders berührendes Erlebnis während der Dreharbeiten?
Ich durfte an zwei Tagen diverse Heilbehandlungen von Horst Krohne miterleben. Einmal kam ein sechzehnjähriges Mädchen in Begleitung ihrer besorgten Eltern. Das Mädchen war als nicht mehr heilbar eingestuft worden. Es ging in langsamen, roboterhaften Schritten, mit teilnahmslosem Gesicht und leerem, nach innen gerichteten Blick auf Horst Krohne zu. Dann streckte sie auch mir mechanisch die Hand zum Gruß entgegen. Ich schaute ihr lange in ihre stummen Augen und lächelte sie an. Sie reagierte jedoch nur mit einem kurzen Zucken des Mundwinkels.
Wie Horst Krohne feststellte, musste das Mädchen mit zwölf Jahren einen Unfall gehabt haben, der irgendeinen Wirbel gestaucht und in Folge wichtige Versorgungsbahnen in einem Teil des Gehirns unterbrochen hatte. Das Mädchen war einmal eine begabte Balletttänzerin gewesen. Eines Tages war sie mit starken Kopfschmerzen nach Hause gekommen. Nach und nach änderte sich ihr Verhalten bis hin zur einer nahezu autistischen Ausprägung. Die Ärzte hatten offensichtlich nie das Kind richtig geröntgt und so diese Stauchung nicht entdeckt.
Krohne versuchte nun in einer Art energetisch-geistiger Operation, die Stauungen zu beheben, um die abgetrennten Teile des Gehirns wieder zu beleben. Das Mädchen reagierte, indem zuerst das starke Zittern des Beines aufhörte, sie sich aufrichtete und sogar zwischendurch aufstand und im Raum herumging. Beim Hinausgehen machte das Mädchen plötzlich kehrt und ging direkt auf mich zu. Ich saß hinter meiner Kamera seitwärts versteckt und war somit eigentlich „unsichtbar“ geworden. Dennoch – das Mädchen streckte mir ihre Hand entgegen und hielt sie fest. Zugleich suchte sie meinen Blick. Ich spürte eine tiefe Verbundenheit mit dieser im Körper gefangenen strahlend schönen Seele. Plötzlich lächelte sie mich an. Es schien eine kleine Ewigkeit zu sein, bis sie sich von mir löste. Beim Hinausgehen schaute sie noch einmal zu mir zurück. Ihre Eltern waren mehr als verblüfft und hatten so was lange nicht mehr an ihrer Tochter gesehen. Irgendwie empfand ich das auch als eine Ermutigung, den Film unbedingt weiter zu machen.
Es ist ja ein Abenteuer, auf eigene Faust und eigenes Risiko so einen Film zu machen. Was gab Dir die Kraft?
Dazu gehört kein Mut – eher so etwas wie kindliche Naivität und der Glauben, dass dieser Film wichtig ist. Das Geld für den Film kommt aus den Rücklagen von mir und meiner Frau, das zum Teil als Altersversorgung, aber auch für einen dringend notwendigen Anbau an unserem Haus vorgesehen war. Nun ja, so soll es sein. Ich weiß mich von so vielen wertvollen Menschen getragen und energetisch unterstützt. Ohne die Heiler und die prominenten Personen, die alle auf ein Honorar verzichtet haben, wäre die Realisierung des Filmes nicht möglich gewesen.
Eine weitere Vision von Dir ist ein Heilerzentrum…
Ja. Mein absoluter Traum wäre es, wenn es Geistheiler-Ausbildungsklassen für Ärzte und Mediziner gäbe, die von diesen auch mit Begeisterung besucht werden, um endlich den Arztpatienten ganzheitlich zu erfassen und zu betreuen. Das ist mein sehnlichster Wunsch.
© 1/2010 Thomas Schmelzer, Bilder von Wolfgang T. Müller
Link: Wolfgang T. Müller